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Grotta Is Zuddas: Wenn die Natur sich als Bildhauer versucht und du Lust hast, die Überlebensprobe zu verpatzen

📍 Grotta Is Zuddas

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Grotta Is Zuddas: Wenn die Natur sich als Bildhauerin versucht und du Lust hast, die Überlebensprobe zu verpatzen ??

Vergiss sonnige Strände und sorgloses Faulenzen. Es ist Zeit für unterirdischen Hardcore, bei dem Sardinien beweisen will, dass es nicht nur schön, sondern auch ein bisschen gnadenlos sein kann. Wenn du denkst, Höhlen seien langweilige Löcher im Boden, dann ist das ein Zeichen dafür, dass du noch keinen Fuß in die Grotta Is Zuddas in Santadi gesetzt hast.

Wenn ein Businessplan auf eine geologische Katastrophe trifft

Alles beginnt mit einem Ort und einer Geschichte, die als Drehbuch für eine schwarze Komödie dienen könnte. Im Jahr 1967 beschloss ein gewisses findiges Unternehmen, diese Höhle für den Abbau von Alabaster zu nutzen. Auf dem Papier klang der Plan sicher großartig: Wir holen uns schöne Steine und machen damit Geschäfte. Die Realität erwies sich jedoch als brutal. Das Herumhantieren an der Dynamik im Inneren der brüchigen Höhle brachte solche „Erfolge“ mit sich, dass bereits nach wenigen Wochen die Stalaktiten beschädigt waren und das gesamte Projekt mit großem Getöse bankrott ging und in Rauch aufging (oder besser gesagt: mit einem Knall).

Heute betreten wir die Höhle durch einen künstlichen Eingang, den jene „Geschäftsleute“ gehauen haben, und die Temperatur im Inneren liegt konstant bei erfrischenden 16 Grad bei hundertprozentiger Luftfeuchtigkeit. Ideale Bedingungen, um sich wie in einer Sauna zu fühlen – nur eben unter der Erde.

Der Medusa-Saal und das zurückgelassene Gepäck vergangener Zeiten

Wir überschreiten die Schwelle und gelangen in den Medusa-Saal. Der Name kommt nicht von ungefähr – die Tropfsteinformation erinnert an ein Meeresungeheuer, unter dem der Boden buchstäblich weggebrochen ist. Es sieht so aus, als hätte die Erde beschlossen, unter uns einen Schritt zurückzutreten.

Auf der rechten Seite wartet wiederum eine historische Kuriosität: ein schmaler Spalt mit einem Durchmesser von knapp einem Meter und einer Tiefe von zwanzig Metern. Hier seilten sich im vergangenen Jahrhundert die ersten Entdecker an Seilen hinab. Interessanterweise warfen die früheren Bewohner der Gegend Steine in diesen Brunnen, um zu prüfen, wie tief der Grund ist, und auf das Aufprallen zu lauschen. Nun ja, die früheren Formen der Unterhaltung ohne Internetzugang waren wirklich faszinierend!

Spaghetti, Homer Simpson und andere Kunstwerke

Wenn wir weitergehen, betreten wir Bereiche, in denen die Fantasie der Natur (und der Führer) ihren absoluten Höhepunkt erreicht. In der Höhle finden wir sogenannte röhrenförmige Stalaktiten, die im Höhlenforscher-Jargon „Spaghetti“ oder „Bucatini“ genannt werden. Sie sind innen hohl, äußerst zerbrechlich und wachsen so trügerisch, dass schon ein etwas festerer Blick genügt, damit sie zerbröckeln.

Aber das ist noch gar nichts. Unter den Tropfsteinen lassen sich außergewöhnliche Formen entdecken. Wenn du genau hinschaust, erkennst du einen Wandabschnitt, der an das Maul eines Hais erinnert, einen kleinen Stalagmiten, der wie eine Schweineschnauze aussieht, und wenn das Licht ausgeht – im Spiel der Schatten – huscht sogar die Silhouette von Goofy oder Homer Simpson selbst vorbei! Wer hat gesagt, dass Geologie todernst sein muss?

Der Theatersaal und der Steinzoo

Wenn wir den Theatersaal erreichen (der 1971 von Höhlenforschern entdeckt wurde, als die Wege aus anderen Teilen durch Geröll und Lehm versperrt waren), fühlen wir uns wie im Publikum einer skurrilen Aufführung. Die auf dem Geröllfeld gewachsenen Stalagmiten erinnern an die Köpfe der Zuschauer auf den Tribünen.

Die zoologische Fantasie der Felsformationen wiederum erinnert an einen regelrechten Tierpark: Hier gibt es einen kleinen Elefanten, einen riesigen Elefanten, die Schneekönigin, vierzehn Zwerge, einen sitzenden Buddha und sogar das Profil eines Gartenzwergs! Im Ernst: Nach ein paar Stunden in der Höhle fragt man sich, was diese Höhlenforscher in den 70er Jahren wohl getrunken haben, dass sie dort eine ganze Märchenkoalition gesehen haben.

Der Saal der exzentrischen Aragonite – ein geologisches Highlight

Zum Abschluss wartet ein absolutes Highlight – die Halle der exzentrischen Aragonite. Diese Formationen sind pure physikalische Anarchie. Anstatt sich wie normale Stalaktiten brav nach unten zu erstrecken, wachsen diese kleinen Verrückten in ALLE Richtungen und bilden hauchdünne Fäden und Kapillaren, die der Schwerkraft trotzen. Dazu benötigen sie mikroskopisch kleine Mengen Wasser und wachsen langsamer als eine Schildkröte im Ruhestand (weniger als einen Millimeter pro Jahr!). Dieser Anblick ist weltweit so selten, dass in diesem Saal die Aragonite buchstäblich aus dem Kühlschrank springen – sie sind überall. Am Ende des Saals begrüßt uns sogar ein einsames Büschel, das als „Brautstrauß“ bezeichnet wird.

Die Grotta Is Zuddas ist der Beweis dafür, dass Sardinien in seinem Inneren wahre Wunder verbirgt, die über Millionen von Jahren geformt und mit einer Prise absoluter Verrücktheit gewürzt wurden. Wenn man wieder nach draußen in die strahlende sardische Sonne tritt, betrachtet man gewöhnliche Steine mit ganz anderen Augen!

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