Das wahre Sardinien: eine Insel voller Gegensätze
📍 Sardynia 07-2026
Die erste Entdeckung Sardiniens:
Offroad, versteckte Strände und die Kraft der Natur.
Man sagt, dass das Reisen in einer dreizehnköpfigen Gruppe eine logistische Herausforderung ist, aber wenn das Ziel Sardinien ist und die Gruppe ein gemeinsames Ziel hat – das absolute Maximum aus dieser Reise herauszuholen –, entsteht ein Szenario wie aus einem Actionfilm. Unsere Reise war kein gewöhnliches Faulenzen auf Liegestühlen. Wir haben die Insel erobert – von den höchsten Gipfeln des Supramonte über geheimnisvolle unterirdische Gänge bis hin zu Stränden, die nur vom Meer aus erreichbar sind. Schaut euch an, wie unsere sardische Invasion aussah!
Sardinien ist eine Insel voller Kontraste. Einerseits wild, unzugänglich und rau, andererseits wahnsinnig schön und entspannend. Wir haben uns vorgenommen, jede dieser Facetten kennenzulernen.
Im Herzen der Barbagia: Offroad, Hirten und sprechende Mauern.
Wenn ihr das echte, ursprüngliche Sardinien kennenlernen wollt, müsst ihr in die Berge fahren. Wir haben das mit Schwung gemacht. Wir stiegen in Geländewagen und machten uns auf zu einer echten Offroad-Tour durch die Wildnis. Staub, Adrenalin und atemberaubende Ausblicke führten uns direkt zum Camping Ristorante Supramonte in der Nähe von Orgosolo.
Dort, fernab der Zivilisation, haben wir den Gipfel des San Giovanni (1.316 m ü. NN) erklommen, von dem aus sich ein atemberaubender Ausblick bietet. Die kulinarische Belohnung für diese Anstrengung war ein echtes Hirtenfestmahl. Das raue Bergklima, die unglaubliche Gastfreundschaft und das traditionell gebratene Spanferkel sind ein Erlebnis, das sich in Reisebroschüren nicht beschreiben lässt – das musste man selbst spüren und genießen!
Auf unserer Bergtour durfte das berühmte Orgosolo natürlich nicht fehlen. Diese Kleinstadt mit rebellischer Seele ist bekannt für ihre über 150 beeindruckenden Wandmalereien. Die Hauswände dort sind eine Kunstgalerie unter freiem Himmel, die von Politik, Geschichte und den alltäglichen Kämpfen der Hirten erzählt. Ein Spaziergang durch diese Gassen ist eine Geschichtsstunde, die einen gewaltigen Eindruck hinterlässt.
Geheimnisse der Felsen und der Unterwelt: Gairo, Ulassai und die „blutrote Küste“.
Sardinien verbirgt seine Schätze auch unter der Erde und in den dunklen Winkeln der Geschichte. Gairo – die berühmte Geisterstadt – hat uns unglaubliche Emotionen beschert. Vor einigen Jahrzehnten nach verheerenden Erdrutschen verlassen, schreckt sie heute mit leeren Fenstern und langsam zuwachsenden Gassen ab. Ein Spaziergang durch diese Ruinen mit einem atemberaubenden Blick auf das Tal ist pure, faszinierende Melancholie.
Ein Stück weiter, in der Ortschaft Ulassai, stiegen wir unter die Erde hinab in die phänomenale Grotta Su Marmuri. Sie ist eine der beeindruckendsten Höhlen Europas. Riesige, mehrere Dutzend Meter hohe Säle, gewaltige, an Orgeln erinnernde Stalaktiten und eine alles durchdringende Kühle schaffen eine Kulisse, die direkt aus einem Fantasy-Roman stammen könnte. Die Natur hat diesen Ort über Millionen von Jahren hinweg geformt und hier definitiv ganze Arbeit geleistet!
Von den unterirdischen Gängen aus machten wir uns auf den Weg an die Küste nach Arbatax, um das geologische Wunder „Rocce Rosse“ zu bestaunen. Stellt euch scharfe, blutrote Porphyrfelsen vor, die direkt aus dem türkisfarbenen Meer ragen und von dunklen, kontrastierenden Adern aus schwarzem Marmor durchzogen sind. Der Anblick im Sonnenlicht ist einfach hypnotisierend.
Ein Paradies, das nur vom Meer aus erreichbar ist: Eine Bootsfahrt entlang der Küste von Baunei.
Es gibt solche Orte auf Sardinien, zu denen keine Straße führt, und die einzige Möglichkeit, dorthin zu gelangen, ist mit dem Boot (oder eine stundenlange, extreme Trekkingtour). Wir haben uns die Ausrüstung ausgeliehen und uns aufgemacht, die Buchten der Region Baunei zu erkunden. Was wir dort gesehen haben, gehört zur absoluten Weltklasse:
- Cala Mariolu – ein Strand, übersät mit feinen, weißen Kieselsteinen, die an Schneeflocken erinnern, umspült von Wasser in einem so leuchtenden Blau, dass es fast in den Augen schmerzt.
- Cala Biriala – ein magischer Ort, an dem ein dichter, grüner Pinienwald von den steilen Klippen fast bis zum smaragdgrünen Wasser hinabreicht.
- Cala dei Gabbiani – eine wilde, etwas weniger bekannte, aber ebenso spektakuläre „Möwenbucht“, wo kristallklares Wasser auf senkrechte weiße Felswände trifft.
Oasen der Ruhe: Biderrosa, Flamingos und kristallklare Höhlen.
Nach einigen Tagen intensiver Erkundung gelangten wir in ein wahres Paradies – die Spiaggia Biderrosa. Es handelt sich um ein streng geschütztes Naturschutzgebiet mit beschränktem Zutritt. Goldfarbener Sand, flaches, klares Wasser und Eukalyptuswälder bilden eine Oase, die man gar nicht mehr verlassen möchte.
Da wir im Süden waren, haben wir einen Abstecher in den Naturpark Molentargius Saline gemacht. Dieses berühmte Reich der rosa Flamingos kann man zu Fuß, mit Leihfahrrädern oder sogar mit einem speziellen, umweltfreundlichen Bus (der zu festgelegten Zeiten verkehrt). Der Anblick von Hunderten dieser wunderschönen Vögel, die in den ehemaligen Salzbecken direkt neben der pulsierenden Stadt waten, ist ein einzigartiges Erlebnis.
Den krönenden Abschluss unserer Erkundung des Südens bildete ein Besuch der Grotta Is Zuddas – einer Höhle, die für die weltweit seltensten, exzentrischen Aragonitkristalle bekannt ist, die die Schwerkraft völlig zu ignorieren scheinen und wie gefrorene Blumen in alle möglichen Richtungen wachsen. Nachdem wir die Unterwelt verlassen hatten, erwartete uns nur noch die wohlverdiente, herrliche Entspannung am traumhaften Strand von Chia, der für seine riesigen Dünen aus goldenem Sand und sein kristallklares Wasser bekannt ist.
Unsere dreizehnköpfige Gruppe hat die große Operation „Sardinien“ erfolgreich durchgeführt. Wir gingen getrennte Wege, um unsere eigenen Pläne zu verwirklichen, kamen bei riesigen Platten mit lokalen Wurstwaren (ganz zu schweigen von den legendären Culurgiones!) zusammen und genossen die Insel in vollen Zügen. Es war laut, es war lecker, es war extrem und gleichzeitig entspannend. Die Akkus sind wieder voll. Wir haben es perfekt hingekriegt!
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